Photovoltaikanlagen auf innerstädtische Dachflächen bleiben häufig unter ihren Möglichkeiten, obwohl das Potenzial vorhanden ist und Klimaziele klar definiert sind. In Mainz wurde deshalb ein Ansatz betrachtet, der Solarstrom stadtweit nutzbar macht, auch wenn Erzeugung und Verbrauch nicht am selben Ort liegen. Im Fokus stand eine Initialberatung, Planung und Simulation für ausgewählte Pilotprojekte.
Die Landeshauptstadt Mainz verfolgt ambitionierte Klimaziele („Mainz klimaneutral 2035“) und suchte nach Umsetzungsoptionen sowie Realisierungspartnern, um Photovoltaik- und Ladeinfrastrukturportfolio wirksam zu entwickeln. Gleichzeitig fehlten im Status Quo wirtschaftliche Anreize für innerstädtische PV durch geringe Einspeisevergütung, zunehmende Abregelungen und unsichere Rahmenbedingungen.
Ziel der Initialberatung war es, mit einem Bilanzkreismodell eine portfoliofähige Vermarktungslogik zu prüfen, Pilotstandorte zu bewerten und den Weg zu einer stufenweisen Umsetzung vorzubereiten. Zusätzlich wurden Szenarien für den PV-Rollout in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren betrachtet.
Die Initialberatung überführte einen abstrakten Anspruch in ein umsetzungsfähiges Modell mit belastbaren Kennzahlen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und einem klaren Fahrplan. Für die Landeshauptstadt Mainz wurde sichtbar, wie sich portfolioweite Solarstromnutzung im städtischen Haushalt auswirken kann.
Warum dieses Projekt überzeugt
- Stadtweite Nutzung von Solarstrom wird erstmals systemisch möglich, unabhängig von Erzeugungs- und Verbrauchsort.
- Dachflächen können maximal belegt werden, ohne Einspeisevergütungsabhängigkeit als Haupttreiber.
- Konkrete Wirkungshebel sind belegt: Autarkie und PV-Direktverbrauch steigen deutlich durch Nutzung eines virtuellen Bilanzkreis.
- Das Vorhaben verbindet Energie, Gebäude und Mitarbeitermobilität zu einem integrierten System.
- Ein stufenweiser Start mit Pilotprojekten schafft eine realistische Skalierungslogik.
Ein Strompool für die Verwaltung der Landeshauptstadt Mainz
Im Projekt wurde ein virtuelles Bilanzkreismodell als Regionalmodell betrachtet, bei dem Solarstrom auf geeigneten Dächern erzeugt und zunächst direkt in den jeweiligen Gebäuden genutzt wird. Überschüsse werden anschließend stadtweit an andere Objekte weitervermarktet, organisiert über einen regionalen „Strompool“ mit 15-minütigem Abgleich von Erzeugung und Bedarf im Verbund. Ergänzend wurde die Einbindung eines Full-Service-Contracting-Ansatzes als Realisierungsoption beschrieben, um Planung, Bau, Betrieb und Service professionell abzudecken.
Datengrundlage und Portfolioblick aufsetzen
Die Beratung startete mit der Strukturierung der erforderlichen Objekt- und Verbrauchsdaten als Basis für Bewertung, Planung und Simulation.
- Erhebung von Stammdaten zu ausgewählten Liegenschaften (Nutzung, Betriebszeiten, Stromverbräuche)
- Analyse von RLM-Lastprofilen als Voraussetzung für 15-Minuten-Abgleich im Bilanzkreis
- Zusammenführen aller Daten und Informationen als Objektsteckbriefe
Bewertungssystem und Pilotlogik entwickeln
Potenzielle Standorte wurden über ein Indikatorsystem eingeordnet, um Pilotprojekte nachvollziehbar zu bewerten und auszuwählen.
- Indikatorsystem mit 25 Kriterien zur Bewertung der Steckbriefe
- Entscheidungsvorbereitung zur Auswahl von Pilotprojekten
- Auswahlprozess gemeinsam mit Auftraggeber
Entwurfsplanung der Pilotprojekte
Für ausgewählte Standorte wurden PV- und Ladeinfrastrukturkonzepte und erste technische Entwurfsplanungen durchgeführt.
- Fotodokumentationen und Drohnenaufnahmen von Dächern
- Plausibilisierung von Flächen, Anschlüssen und Randbedingungen
- Entwurfsplanung und Dokumentation (PV-Anlagen)
- Ableitung von Empfehlungen für Ladeinfrastruktur je Pilotstandort
Simulation der Bilanzkreis-Wirkung
Die Wirkungsweise des Bilanzkreises wurde über ein eigens entwickeltes Simulationstool in verschiedenen Szenarien analysiert.
- 15-Minuten-Simulation für kombinierte Erzeuger- und Verbraucheranlagen
- KPI-Vergleich (Autarkie, Direktverbrauch, Überschuss) mit und ohne Bilanzkreis
- Empfehlung zur vertiefenden Prüfung von Laden für Flotten & Mitarbeitende / Stromspeichern /
- Einsatz von PV-Lade-Carports / Einbindung „überregionaler“ Erzeuger
Handlungsempfehlungen und Fahrplan
Alle Erkenntnisse und Ergebnisse wurden in empfehlende Maßnahmen, Ausschreibungslogik und eine Umsetzungs-Roadmap übersetzt.
- Detaillierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Planungstool für Szenarien
- Stufenweises Vorgehen: Start mit Pilotphase, anschließend Ausbaupfad in 2 Szenarien
- Hinweise und Empfehlungen für Ausschreibung und Vergabe
- Zusammenstellung aller Ergebnisse in Kurz- und Langfassung für Gremienarbeit
Pilotobjekte (Auswahl)






Aus vielen geeigneten Dachflächen wurde in Mainz ein tragfähiges Modell für mehr Solarstromnutzung und stadtweite Energieverteilung entwickelt. So entstand aus einem komplexen Vorhaben ein klar strukturierter Ansatz mit Pilotlogik, belastbaren Kennzahlen und Perspektive für die Umsetzung.
Freinunft Team
Das Freinunft-Team vereint genau die Expertisen, die dieses Projekt braucht – jede Person mit eigener Stärke, gemeinsam perfekt aufeinander abgestimmt. Wie ein Schweizer Taschenmesser stehen die passenden Werkzeuge zur richtigen Zeit bereit – von Strategie und Technik bis Kommunikation und Design.
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Sebastian Schweyer
B.Eng. Energietechnik, Business Consultant (srh Fernhochschule) – Berater für erneuerbare Energien, Elektromobilität, Shared Mobility, Geschäftsmodellentwicklung
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Theresa Vitera
M.A. Business Consulting – Beratung für Markenstrategie, Positionierung und persönliche Entwicklung
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Florian Diwok
Netzwerkpartner – M.Eng. Bauingenieurwesen, Mitglied der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz – Berater für Regenerative Gebäudeenergiesysteme, Geothermie/Kalte Nahwärme, insbesondere in Wohnungswirtschaft und Gewerbe
Kommunale Projekte wirksam strukturieren – Jetzt die richtigen Hebel setzen.
Kommunen und öffentliche Träger stehen häufig vor derselben Aufgabe: viele geeignete Flächen, aber zu wenig Umsetzungslogik, um Projekte portfoliofähig zu machen. Freinunft begleitet solche Vorhaben von der Modellprüfung über Pilotlogiken bis zur Ausschreibungs- und Umsetzungsstruktur, damit Klimaschutz messbar und skalierbar wird. Wenn ein ähnliches Projekt ansteht, kann ein Austausch helfen, die passenden Hebel früh zu setzen.
Ob Ideengenerierung, Workshopmoderation, Konzeptentwicklung oder Projektsteuerung: Wir bringen Struktur in Komplexität und schaffen Klarheit für nachhaltige Entscheidungen.

