Wenn viele Liegenschaften und Parkhäuser zusammenwirken, entstehen neue Chancen für Solarstrom und Elektromobilität. Im Projekt „Mainzer Regionalmodell“ wurde eine portfolioweite Machbarkeitsuntersuchung durchgeführt und daraus eine Logik entwickelt, die PV-Erzeugung, öffentliches/gewerbliches Laden und Vermarktung im Verbund denkt. So konnte aus Einzelmaßnahmen ein skalierbares System werden, das Technik, Betrieb und Abrechnung zusammenführt.
Ausgangslage war ein fehlender wirtschaftlicher Anreiz für große innerstädtische Photovoltaik: geringe Einspeisevergütung, häufiger werdende Abregelungen und unsichere Rahmenbedingungen führten dazu, dass geeignete Dachflächen oft unterdimensioniert erschlossen werden. Ohne neue Vermarktungsmodelle bleibt Ausbau auf einzelne Objekte beschränkt und nicht portfoliofähig. Ziel war deshalb, ein Regionalmodell „virtueller Bilanzkreis“ aufzubauen, das PV-Anlagen, Ladeinfrastruktur und Kälte/Wärme über das gesamte Konzernportfolio in einem gemeinsamen Betriebskonzept zusammenführt, Überschüsse im Verbund nutzbar macht und einen belastbaren Umsetzungsplan inklusive Pilotphase ermöglicht.
Die Projektentwicklung machte aus vielen Einzelobjekten ein gemeinsames System mit klaren Kennzahlen, Pilotlogik und Rollout-Perspektive.
- Projekt-Umfang: 26 Objekte
- PV-Potenzial: bis zu 3,5 MWp
- Ladeinfrastruktur: bis zu 550 Ladepunkte
- Bilanzkreis-Wirkung 100% Eigenverbrauch Solarstrom
Warum dieses Projekt überzeugt
- Portfolioweite Solarstromnutzung: Dächer werden voll belegbar, ohne Einspeisevergütungsabhängigkeit.
- Skalierbarkeit durch Standardisierung: Technik und Prozesse wurden auf Rollout ausgelegt.
- Integrierter Ansatz: PV, Ladeinfrastruktur, Mieterstrom, Kälte/Wärme und Bilanzkreismanagement greifen als System ineinander.
- Messbare Wirkung im Verbund: Autarkie und Eigennutzung steigen deutlich durch Bilanzkreislogik.
- Pilotlogik mit klarer Stufung: Start über Pilotprojekte, danach strukturierter Rollout.
Das „Mainzer Regionalmodell“
Im Projekt wurde ein vollständiges Geschäftsmodell aufgebaut, das Solarstrom in einem Portfolio aus Liegenschaften und Parkhäusern nutzbar macht. Überschüsse aus PV-Anlagen werden dabei nicht nur eingespeist, sondern über ein Bilanzkreismodell im Verbund verteilt, mit 15-minütigem Abgleich von Erzeugung und Bedarf. Ergänzend wurde die Ladeinfrastruktur als skalierbares System konzipiert, inklusive eichrechtskonformer Technik, Lastmanagement sowie Abrechnung und Kundenprozessen. Für die organisatorische Umsetzung wurde die Gründung der MAG Gebäudetechnik GmbH als Träger für Projektsteuerung, Infrastruktur und Betrieb beschlossen.
Wir strukturierten das Projekt von der Ideenfindung bis zur Umsetzung und führten Energie- und Mobilitätskonzepte zu einem integrierten System zusammen. In Workshops definierten wir Ziele und bewerteten technische Optionen. Machbarkeiten bereiteten wir so auf, dass daraus klare technische Leitlinien entstanden. Durch eine koordinierte Projektsteuerung verknüpften wir Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Energieüberwachung, Verträge und Bilanzkreismanagement zu einem konsistenten Gesamtkonzept.
Auf diese Weise entstand ein skalierbares und tragfähiges System für den Immobilienbestand der MAG.
Zielbild und Systemlogik
In verschiedenen Workshopformaten und strukturierten Gesprächen mit Schlüsselpersonen wurde ein gemeinsames Zukunftsbild für „Nachhaltige Rund-um-Sorglos-Immobilien“ und die Rolle einer Energie- und Betreibergesellschaft geschärft.
- Ziele, Anforderungen und Prioritäten definiert
- Projektlogik, Verantwortlichkeiten und nächste Schritte strukturiert
- Stakeholder, Partner und Rollen früh zusammengebracht
Portfoliodaten und Planungsgrundlagen
Für die relevanten Objekte wurden alle Daten, Objekte, Bedarfe und Rahmenbedingungen standardisiert erfasst, um Planung und Business Case Betrachtungen zu ermöglichen.
- Auswertung von Parkraum-Nutzungsstatistiken (LIS Prognose) und Ableitung 15-minütiger Lastprofile
- Entwurfsplanung über alle Objekte als Grundlage für Umsetzung und Simulation
- Objektkategorien, Betreibermodellen und Messkonzepte definieren (PV, PV+LIS, Mieterstrom, ohne PV)
Betreiber- und virtuelles Bilanzkreismodell
Um die Wirkungsweise der Erzeuger und Verbraucher im portfolioweiten Verbund zu analysieren, wurde ein spezifisches Simulationsmodell entwickelt.
- Simulation Bilanzkreis mit eigens entwickeltem Tool für verschiedene Szenarien
- Bilanzkreis als „regionaler Strompool“ mit 15-minütigem Abgleich im Verbund
- Grundlage für Vermarktung von Überschüssen an Objekte ohne PV
Pilotprojekte planen und Umsetzung koordinieren
Pilotstandorte wurden definiert, um System, Technik und Prozesse im Realbetrieb zu testen und zu stabilisieren.
- 3 ausgewählte Pilotprojekte als Startpunkt
- Koordination von Gewerken mit detaillierten Kosten- und Erlösstruktur, Tests, Abnahmen und Dokumentation
- Erstellung Wirtschaftsplan
- Bauzeiten- und Inbetriebnahmeplanungen
Betriebsfähigkeit herstellen: Verträge, Monitoring, Controlling, Prozesse
Parallel zur Projektentwicklung wurden alle Vertragswerke erstellt, sowie Monitoring und Serviceprozesse als Basis für den Regelbetrieb vorbereitet.
- Vertragswerke (Pacht/Gestattung, Contracting, Monitoring/Reporting, Kooperationen)
- Bilanzkreismanagement-Plattform und Messkonzepte in Vorbereitung
- Prozessdokumentationen und Unterlagen für Betrieb, Service und Kundenkommunikation
Marketing, Kommunikation und Designkonzept
Wir haben den neuen Dienstleistungsbereich vor Ort sichtbar gemacht und die Dienstleistung „Parken“ konsequent um das Thema E-Laden erweitert.
- Parkhaus-Branding für die Ladeparkplätze gestaltet, Erweiterung des Corporate Designs
- Bestehendes Branding um den Dienstleistungsbereich E-Laden erweitert
- Bannerwerbung und begleitende Werbemaßnahmen im Parkhaus umgesetzt
- Parkhaus-Leitsystem für Orientierung und Nutzerführung gestaltet
Hinter dem Projekt steht ein starkes Team aus unterschiedlichen Partnern mit klaren Rollen.
Das Regionalmodell wurde als Verbundprojekt gedacht, weil derartig komplexe Vorhaben nur im Zusammenspiel mit Experten funktionieren. Freinunft übernahm über 18 Monate hinweg die Rollen in zentraler Projektleitung, Umsetzungsplanung, Verhandlungen und Koordination von Gewerken, sowie Vorbereitung von Betriebs- und Vertragslogiken, Aufbau Partnerschaften und Wirtschaftsplan.
Projektträger


Mit Expertise begleitet und umgesetzt



In Zusammenarbeit mit






Ladeinfrastruktur und Designkonzept







Das Pilotprojekt im Parkhaus Rathaus markiert den ersten sichtbaren Schritt des Gesamtvorhabens. Ergänzende Informationen zur Umsetzung sind in der Pressemitteilung von „Parken in Mainz“ zusammengefasst.
Freinunft Team
Das Freinunft-Team vereint genau die Expertisen, die dieses Projekt braucht – jede Person mit eigener Stärke, gemeinsam perfekt aufeinander abgestimmt. Wie ein Schweizer Taschenmesser stehen die passenden Werkzeuge zur richtigen Zeit bereit – von Strategie und Technik bis Kommunikation und Design.
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Sebastian Schweyer
B.Eng. Energietechnik, Business Consultant (srh Fernhochschule) – Berater für erneuerbare Energien, Elektromobilität, Shared Mobility, Geschäftsmodellentwicklung
Mehr über michSebastian Schweyer -

Theresa Vitera
M.A. Business Consulting – Beratung für Markenstrategie, Positionierung und persönliche Entwicklung
Mehr über michTheresa Vitera -

Florian Diwok
Netzwerkpartner – M.Eng. Bauingenieurwesen, Mitglied der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz – Berater für Regenerative Gebäudeenergiesysteme, Geothermie/Kalte Nahwärme, insbesondere in Wohnungswirtschaft und Gewerbe
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RA Stephan Heger
Netzwerkpartner – Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Legal Consulting, Legaltech / Proptech, Inhouse Training & Coaching, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main
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Denis Rockmann
Netzwerkpartner – M.A. Engineering Design – Grafikdesigner mit den Schwerpunkten Produktgestaltung, Kommunikationsdesign, Illustration & Schriftgestaltung
Ob Energie- oder Mobilitätsprojekt, neuer Geschäftsbereich oder Tochtergesellschaft – wir begleiten Sie von der Idee bis zur Umsetzung.
Viele Organisationen stehen vor der gleichen Frage: Wie werden Energieversorgung und Mobilität so organisiert, dass Skalierung im eigenen Portfolio und darüber hinaus möglich wird, ohne in Einzelprojekten stecken zu bleiben. Wir begleiten solche Vorhaben von der Entwicklung einer Systemlogik über Pilotierung bis zu Betriebs- und Rolloutfähigkeit, mit Blick auf Technik, Finanzen, Recht, Prozesse und Projektsteuerung.
Ob Ideengenerierung, Workshopmoderation, Konzeptentwicklung oder Projektsteuerung: Wir bringen Struktur in komplexe Themen und schaffen Klarheit für nachhaltige Entscheidungen.

